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Arbeitsfeld Telearbeit

wllv-Themenabend: “Telearbeit/ Home Office – eine Chance für mich, für unseren Betrieb, für unser Dorf?”

Auf Einladung des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes referierte Rüdiger Rahs Ende Oktober in Meschede beim Kreislandfrauenverband Hochsauerland über die Chancen, die Telearbeit in ihren unterschiedlichen Realisierungsformen und die diesbezügliche Anwendung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für eine zukunftsorientierte Entwicklung des ländlichen Raumes insgesamt sowie für dörfliche Ortslagen im Besonderen potenziell eröffnen könnten.

Nachdem er eingangs den TeilnehmerInnen eigene, jedoch weitgehend unbeachtet und folgenlos gebliebene Initiativen der deutschen Landfrauenverbände in Sachen Telearbeit und Nutzung der IKT ins Gedächtnis zurückgerufen hatte, stellte Rüdiger Rahs insbesondere die möglichen verschiedenen Realisierungsformen von Telearbeit, deren Verbreitung in europäischen Ländern und deren aktuelle Nachfragepotenziale in Deutschland vor.

In einem Exkurs ging Rüdiger Rahs anhand zweier Beispiele auf richtungsweisende arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen zur Stärkung von Telearbeit im Ausland ein und thematisierte die fehlenden diesbezüglichen arbeitsmarktpolitischen Rahmensetzungen in Deutschland, die nach Meinung aller TeilnehmerInnen dringend und zudem wünschenswerterweise analog zur nationalen Arbeitskultur weiterentwickelt werden müssten.

Anhand verschiedener in- und ausländischer Fallbeispiele verdeutlichte der Referent im Folgenden, wie Projekte zur Förderung von Telearbeit neue, innovative Arbeitsangebote im ländlichen Raum schaffen und überdies zur nachhaltigen (Wieder-)Belebung ländlicher Ortschaften beitragen können.

In der abschließenden Gesprächsrunde zeigte sich, dass die Landfrauen Telearbeitsmöglichkeiten im ländlichen Raum als sehr wünschenswert erachten, sie aber umfängliche Realisierungschancen für Telearbeit angesichts der zur Zeit eher mangelhaften Rahmenbedingungen in Deutschland kurzfristig insgesamt als gering einschätzen.

Besonderes Interesse der Landfrauen erweckte namentlich die Form der (alternierenden) Teleheimarbeit, die neuartige Arbeitsmöglichkeiten auf Bauernhöfen eröffnen könnte. Weitergehende Realisierungsformen der Telearbeit, etwa Nachbarschaftsbüros für Telearbeit oder Telearbeitscenter in dörflichen Lagen, erscheinen ihnen zwar wünschenswert, aufgrund der fehlenden Begleitstrukturen jedoch (noch) als zu utopisch.

Im Fazit wünschen sich die Landfrauen neben einer allgemeinen Verbesserung der arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen für Telearbeit begleitende Beratungsangebote zur Realisierung konkreter Telearbeitsplätze vor Ort.

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Quelle:

“Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben”, dem Presseorgan des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) u.a. vom 05.11.2015, Heft 45, H 4446, S. 91